Mehrere Direktkandidaten zur Landtagswahl gewählt

Am 8. Mai wählt Schleswig-Holstein einen neuen Landtag. Während eine Landesmitgliederversammlung der AfD noch aussteht, haben mittlerweile mehrere Kreisverbände ihre Direktkandidaten in Wahlkreisversammlungen gewählt. Der prominenteste bislang ist der Vorsitzende der AfD im Landtag, Jörg Nobis, der als Direktkandidat im Wahlkreis Segeberg-Ost antreten wird. In Pinneberg wählten die Mitglieder unter anderem den Stellvertretenden Landesvorsitzenden Joachim Schneider zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Elmshorn.

In Segeberg wurden neben Nobis (WK 26 Segeberg-Ost) der Kreisvorsitzende Julian Flak (WK 25 Segeberg-West) und der Kreistagsabgeordnete Sven Wendorf (WK 27 Norderstedt) zu Direktkandidaten gewählt.

Für die Wahlkreise in Segeberg treten Sven Wendorf, Jörg Nobis und Julian Flak an. (Bild von li. nach re.)

In Pinneberg setzten die Mitglieder neben Schneider (WK 21 Elmshorn) auf Thorsten Thomat (WK 22 Pinneberg-Nord), Martin Gelbrich (WK 23 Pinneberg-Elbmarschen) und Axel Schroer (WK 24 Pinneberg).

Direktkandidaten in Pinneberg: Thorsten Thomat, Martin Gelbrich, Joachim Schneider und Axel Schroer (Bild von li. nach re.)

„Die Aufstellung unserer Kandidaten ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Wahltag“, freut sich Direktkandidat Julian Flak. „Wir befinden uns ab sofort im Wahlkampfmodus! Wir werden unser Wissen um die Sorgen und Nöte der Bürger und die Erfahrung aus der täglichen Arbeit im Landtag und der Kommunalpolitik in den Wahlkampf einbringen und dabei im Kreis Segeberg eine hörbare Opposition zum Politikangebot der ganz großen Koalition von CDU über SPD bis zu FDP und Grünen sein.“

Mehrere weitere Wahlkreisversammlungen wurden bereits für Februar angesetzt. Wie auch bei der letzten Landtagswahl wird die AfD voraussichtlich in jedem der insgesamt 35 Wahlkreise mit einem Kandidaten antreten. Neben den noch offenen Direktkandidaten muss die AfD Schleswig-Holstein insbesondere noch ihre Landesliste wählen. Alle Wahlvorschläge müssen beim Landeswahlleiter bis Montag, den 14. März, eingereicht werden. Zur Abhaltung einer Landesmitgliederversammlung verbleiben also noch etwa eineinhalb Monate. Der Landtag Schleswig-Holstein hat kürzlich bestimmt, dass angesichts der Pandemiebedingten Versammlungseinschränkungen die Parteien ihre Landeslisten auch online bzw. digital wählen dürfen, was auch der AfD entgegen kommen könnte.

Ebenfalls neu gewählt werden muss der Landesvorstand. Der aktuelle Vorstand ist bereits seit Juli 2019 im Amt. Der übliche Zyklus beläuft sich auf zwei Jahre. Dieser musste diesmal aus verschiedenen Gründen verlängert werden. Der Posten des Vorsitzenden ist vakant. Der Landesvorstand hat aktuell einen Stellvertretenden Landesvorsitzenden, einen Schatzmeister nebst Stellvertreterin, sowie vier Beisitzer.

AfD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2017 war Jörg Nobis, ein Ingenieur für Schiffsbetriebstechnik und Nautik, der seine erneute Kandidatur für die Landesliste auch bereits angekündigt hat. „Die Jamaika-Koalition hat mit tatkräftiger Unterstützung der SPD die Landespolitik an die Wand gefahren“, resümiert Nobis die letzten fünf Jahre. Es hätten „faule Kompromisse und schlechte Entscheidungen“ in den letzten viereinhalb Jahren auf der Tagesordnung gestanden. „Die AfD ist im Landeshaus die einzige echte Oppositionskraft und wird auch in der kommenden Legislaturperiode dringend benötigt.“

Über Listenplatz 2 eingezogen war damals der Polizeibeamte Claus Schaffer, der ebenfalls wieder antreten möchte. Es wird erwartet, dass neben den aktuellen Abgeordneten, zu denen neben Nobis und Schaffer noch der Germanist Volker Schnurrbusch gehört, auch einige Kreisvorsitzende ihren Hut in den Ring werfen werden.

Die AfD erreichte bei der letzten Landtagswahl 5,9 Prozent und war mit 5 Abgeordneten ins Landeshaus eingezogen. Sowohl die letzte Umfrage des Instituts INSA Ende November, als auch eine Umfrage des NDR von heute, prognostizieren 7 Prozent für die AfD im nördlichsten Bundesland. Bundesweit zog die AfD gemäß INSA gerade auf 12 Prozent an. In den Bundestag eingezogen war die Alternative für Deutschland am 26. September letzten Jahres mit 10,3 Prozent.

(FW)


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