AfD im Wahlkampf: “Deutlich mehr Schulterklopfen als Kopfschütteln”

„Spargel und Erdbeeren gehören Ostern einfach dazu“, erklärt die Verkäuferin vom Gemüsestand beim Wochenmarkt in Kaltenkirchen. Drei Wochen vor der Landtagswahl gehören auch die Wahlkämpfer von der AfD zum Einkaufsbummel an den Festtagen dazu. Ob in Kaltenkirchen, Schenefeld, Norderstedt, Bad Schwartau oder anderswo – die himmelblauen Stände der Alternative sind an vielen Orten Ausgangspunkt für regen Meinungsaustausch.

Flyer und Flugblätter wie Kugelschreiber oder Feuerzeuge wechseln den Besitzer. Standpunkt und Positionen kommen obendrauf. Die Reaktion reicht vom Kopfschütteln bis zum Schulterklopfen, von knurrender Ablehnung bis zum nach oben gereckten Daumen.


Eine kleine Schleswig-Holstein-Rundfahrt führt an verschiedenen Orten zu AfD-Wahlkämpfern, die fleißig Überzeugungsarbeit leisten, Vorurteile aus dem Weg schaffen und auch schon mal ein dickes Fell beweisen müssen. Bösartige Auftritte der Antifa bleiben hier und anderswo an diesem Tag aus. Die demokratiefeindlichen Linksextremisten stehen mit ihren Attacken zudem weitgehend alleine dar. Offensichtlicher sei die Zustimmung geworden, weniger schroff falle die Ablehnung aus, ist das Fazit von Sven Wendorf. Der Sprecher des Stadtverbandes Norderstedt und dortige Direktkandidat hat mit seinem Team den Wahlkampfstand im Heroldcenter vor der hiesigen Filiale des Technik-Multis Saturn aufgebaut. Die Flyer sind ihm schneller ausgegangen als gedacht. Hochwillkommen ist der Nachschub, der eilig vorbeigebracht wird.


Andere stimmen Wendorfs Einschätzung zur entspannteren Sicht auf die AfD zu: Landtagskandidat und Segeberger Kreissprecher Julian Flak erinnert sich besonders an eine Gruppe Halbwüchsiger, die sich in Ratzeburg neugierig und aufgeschlossen von ihm das AfD-Wahlprogramm erklären ließen. In Kaltenkirchen haben er und Spitzenkandidat Jörg Nobis an diesem Tag ihren Stand direkt am Eingang zum Wochenmarkt in Kaltenkirchen platziert. Aus der Ferne sind zwei Schleswig-Holsteiner angereist, die tatkräftig unterstützen. Der gebürtige Kaltenkirchener Jan Schiffers, AfD-Abgeordneter im bayerischen Landtag, ist ebenso dabei wie Beatrix von Storch! Die stellvertretende Vorsitzende in der AfD-Bundestagsfraktion und stellvertretende Bundessprecherin wuchs im benachbarten Kisdorf auf. Da ist der Wahlkampfeinsatz in Kaltenkirchen quasi ein Heimspiel. „Schön, dass man hier so zwanglos mit den Leuten ins Gespräch kommt“, erklärt sie.

Die vier Wahlkämpfer im Heroldcenter Norderstedt: Sven Wendorf, Dr. Dr. Joachim Körner, Claudia Friemuth und René Velarde Rast

Zustimmung kommt oft von unerwarteter Seite, haben Nicole Baer, Kreissprecherin in Pinneberg, und Kurt Kleinschmidt, der nordfriesische AfD-Kreisvorsitzende und Landtagskandidat, im Einkaufszentrum in Schenefeld festgestellt. Auch Bürger mit Migrationshintergrund zeigen deutlich Sympathien für die AfD. Kein Wunder, wer sich hier eine solide Existenz aufgebaut hat und die deutsche Leitkultur schätzt, reagiert bestürzt, wenn allzu offene Grenzen, selbstzerstörerischer Klima-Wahn und andere links-grüne Irrwege die Zukunft bedrohen.


Wer sonst noch das Gespräch an den Ständen sucht? „Lehrer, Zeitsoldaten, Hausfrauen, Schüler – eine wirklich bunte Mischung“, erklärt Volker Schnurrbusch. In Bad Schwartau wirbt der Landtagsabgeordnete, der auch für die neue Legislaturperiode kandidiert, an diesem Tag für die Alternative. Uwe Resch, Direktkandidat, sowie Claus Schaffer, Landtagsabgeordneter und ebenfalls Kandidat für den Wiedereinzug ins Parlament, stehen ihm unter anderem zur Seite. Schurrbuschs Fazit aus der ostholsteinischen Stadt: „Viele gute Gespräche. Quer durch die Bank ein positiver Auftritt. Deutlich mehr Schulterklopfen als Kopfschütteln“


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