Bundesverfassungsgericht ebnet Weg zur Corona-Impfpflicht

Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem am 18. August veröffentlichten Urteil die Verfassungsbeschwerde mehrerer Familien gegen das zum 1. März 2020 in Kraft getretene Masernschutzgesetz und die darin enthaltene Impfpflicht für Kinder abgewiesen. Der AfD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Richter Gereon Bollmann ordnet das Urteil sehr kritisch ein: Mit ihrer Begründung würden die Karlsruher Richter “die Büchse der Pandora öffnen”. Der politisch aufmerksame Beobachter frage sich, “ob mit der Argumentation in diesem Urteil nicht auch schon die politisch gewollte Corona-Impfpflicht juristisch vorbereitet werden soll.”

Die Bestimmungen des Gesetzes seien zwar als Eingriff in das Sorgerecht der Eltern sowie in die körperliche Unversehrtheit der Kinder zu werden. Doch sei dieser Eingriff durch das Ziel des Gesundheitsschutzes gerechtfertigt.

Dazu Gereon Bollmann, der auch Mitglied im Familienausschuss des Bundestages ist:

„Das Bundesverfassungsgericht rekurriert in seiner Entscheidung auf das ‚nicht zu vernachlässigende Risiko, als Spätfolge der Masern eine für gewöhnlich tödlich verlaufende Krankheit (die subakute sklerosierende Panenzephalitis) zu erleiden‘. Doch gerade dieser Aspekt wirkt mehr als an den Haaren herbeigezogen, blickt man auf die Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Demnach beträgt die Letalität bei Masernerkrankungen in Industrieländern lediglich 0,01 bis 0,1 Prozent. Nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) sind in Deutschland im Zeitraum von 2007 bis 2015 gerade einmal 42 Personen an einer Masernerkrankung verstorben. Die Zahl der Erkrankungen überhaupt nimmt seit Jahren kontinuierlich ab. So erkrankten nach den Angaben des Instituts im letzten Jahr nur zehn (!) Menschen überhaupt in Deutschland an den Masern.

Wirft bereits dieser Aspekt die Frage nach der Verhältnismäßigkeit einer Masernimpfpflicht für Kinder auf, ist es mehr als ein Affront, dass die Verfassungsrichter en passant einen gravierenden Nebenaspekt einfach so durchwinken. Da nämlich hierzulande nur Kombinationsimpfstoffe bei der Masernimpfung verwendet werden, müssen es Eltern inkauf nehmen, dass ihre Kinder auch gegen Mumps, Röteln und Windpocken geimpft werden.

Dieser eklatante Eingriff in die körperliche Unversehrtheit der Kinder wird von den Höchstrichtern lapidar damit begründet, dass auch diese Impfungen ja von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen würden.

Faktisch bedeutet dies, dass es – so aus dem Urteil des Verfassungsgerichts ableitbar – gar nicht auf eine reale Gefährdungslage durch eine Krankheit, sondern lediglich auf die positive Beurteilung der Stiko ankommen.

Mit dieser Begründung öffnen die Karlsruher Richter die Büchse der Pandora. Und der politisch aufmerksame Beobachter fragt sich, ob mit der Argumentation in diesem Urteil nicht auch schon die politisch gewollte Corona-Impfpflicht juristisch vorbereitet werden soll.“

Die Alternative für Deutschland macht sich grundsätzlich für eine freie Impfentscheidung der Bürger stark. Einen Zwang zu einer Impfung lehnt die AfD ab.

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