Prominenter Zuwachs: Erika Steinbach tritt in die AfD ein

Erika Steinbach rechts auf einem CDU-Plakat für die Wahl zum Europäischen Parlament 1994

Als Reaktion auf den Rückzug des früheren AfD-Bundesvorsitzenden Prof. Jörg Meuthen ist die prominente ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach der Alternative für Deutschland beigetreten. Steinbach leitet seit einigen Jahren die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung, war aber bislang nicht in die Partei eingetreten.

Ihren AfD-Beitritt kündigte Steinbach am Freitagabend via Twitter an und bestätigte dies gegenüber der Presse. Als Gründe nannte sie unter anderem den „indiskutablen Umgang von Medien und Politik mit der AfD“, vor allem aber den „nicht nachvollziehbaren Austritt Jörg Meuthens“ aus der Partei, der „bewusst zerstörerisch“ und ein „Schlag ins Gesicht“ der Parteianhänger sei.

Die AfD habe „einen in der Geschichte der Bundesrepublik einmaligen Aufstieg genommen“, fügte Steinbach in ihrem Tweet hinzu und bezeichnete das Parteiprogramm als „zutiefst bürgerlich“. Und weiter: „Extremistische und verfassungsfeindliche Bestrebungen“ hätten „keinen Platz in der AfD“, dies habe sich laut Steinbach in den letzten Monaten „deutlich gezeigt“.

Erika Steinbach leitet derzeit die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung, der auch der Unternehmer und Bundespräsidentenkandidat Max Otte bis 2021 angehörte. 2017 war Steinbach aus der CDU ausgetreten und danach zunächst parteilos geblieben. Begründet hatte die konservative Politikerin den Schritt damals vor allem mit ihrer Kritik an der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel. Zuvor war Steinbach, Jahrgang 1943, lange Präsidentin des Bundes der Vertriebenen gewesen.


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