Coronamassnahmen: Leidtragende sind die Kinder

Meinungsbeitrag aus dem Landesfachausschuss für Gesundheit (LFA08) von Dr. Roland Kaden

Wie kommen wir gut und sicher durch die Krise? Es herrscht allgemeine Verunsicherung. Das ist die Folge widersprüchlicher Informationen durch die Medien, aber auch Folge der seitens der Regierung „verordneten“ Maßnahmen.

Vier führende Fachverbände der Kinder- und Jugendmedizin machen jetzt mobil und haben einen Appell an Bund, Länder und Kommunen gerichtet. Sie fordern die sofortige Öffnung der Kindertagesstätten und der Schulen. Tenor der Veröffentlichung ist, dass Kinder nicht die treibende Kraft für die Corona-Pandemie sind.

Studien haben ergeben, dass bei Kindern unter 10 Jahren die Infektions- und Ansteckungsrate sehr gering ist. Das deckt sich mit internationalen Studien. Demgegenüber sind die Folgen der Isolierung in diesen für das gesamte Leben prägenden Entwicklungsphasen gravierend, so die Fachgesellschaften.

Die Infektionen der Kinder ließen sich bei gleichzeitigem spielerischem Lernen hygienischer Regeln außerdem minimieren. Das senkt auch die Infektionsgefahr für Lehrer, Eltern und Erzieher. Kleinstgruppenbildung, Barriereschutzmaßnahmen, Abstandsregeln und Maskentragen seien unnötig.

Die Folgen der gesellschaftlichen Isolierung seien in diesem Alter, in dem die Tendenz zur Unsicherheit besteht, es aber auch zu Neuorientierung und dem Aufbegehren gegen gesellschaftliche Normen kommen würde, für die Entwicklung gravierend. Kleinkinder brauchen den Kontakt zu Gleichaltrigen, das Spielen in Gruppen. Schulkinder vermissen bei fehlender Regelbeschulung den Kontakt zu ihren Klassenkameraden. In prägenden Entwicklungsphasen raubt man den Kindern die sozialen Bindungen.

Elternteile gehen auf Abstand, zu groß ist die Angst sich selbst oder das Kind zu infizieren. So unterbleibt das in den Armnehmen durch Eltern oder Großeltern. Dabei, so haben Studien gezeigt, ist bei Kindern in den oberen Atemwegen keine höhere Viruskonzentration vorhanden. Das Immunsystem der Kinder ist in der Regel intakt. Eine erhöhte Infektiosität besteht dementsprechend nicht. Die fehlenden sozialen Kontakte führen zu teilweiser Vereinsamung sowie depressiven Verstimmungen.

Wichtig ist die Vorbeugung. Das Immunsystem kann aber nur durch seelische Balance, also wenig Stress und durch Stärkung der Abwehrkraft auch an der frischen Luft erfolgen.

Die Folgen des Lockdowns wurden unter Missachtung der Grundrechte der Kinder bisher nicht beachtet, so die Fachgesellschaften.

Lohnen sich Kindertagesstätten- und Schulschließungen, wenn eine ganze Generation psychisch und physisch geschädigt aufwächst? Bei den zunehmend zu beobachtenden medizinischen und sozialen Schäden ist es dringend notwendig, den Kindern ihr Leben wiederzugeben! Die bestehenden Maßnahmen müssen sofort gelockert werden, um wie von Kinderärzten gefordert, wieder zum normalen Kindergarten- und Schulalltag ohne Mund-Nasen-Schutz zurückzukehren.

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