Die Trockenphasen des völlig normalen Klimawandels werden die gesamte Forstwirtschaft zur Naturverjüngung zwingen

AfD-Landesfachausschuss Landwirtschaft und Umwelt bezieht Stellung zu Dürreschäden in der Forstwirtschaft

Die auftretenden Schäden in den Wäldern betreffen hauptsächlich Nadelbaummonokulturen und Neuanpflanzungen in Kahlschlagsgebieten. Die mit dreijährigen Baumschulpflanzen angelegten Schonungen sind der Sonne schonungslos ausgeliefert und überstehen das Pflanzjahr oft nicht. Das Wort Schonung bedeutet eigentlich die Schonung der jungen Bäume in mit Wildschutzzäunen abgesicherten Bereichen. In der heutigen Warmzeit funktioniert diese wirtschaftswei-se nicht mehr oder nur noch selten.

Dr. Holger Stienen, Mitglied im Landesfachausschuss: „Wir müssen auf den Wald am Anfang des Holozäns vor ca. 7500 Jahren schauen, da gab es fast ausschließlich Eichen- Linden- Mischwälder in unseren Breiten, Nadelbäume in den Höhenlagen. Die Temperaturen lagen im Durchschnitt 2,5° über den heutigen.“

Das Verhältnis von über- und unterirdischen Pflanzenanteilen ist bei dreijähriger Baumschulware ein großes Problem. Die durch die Umpflanzung unterentwickelten Wurzeln können das Laub nicht mit genügend Wasser und Nährstoffen versorgen. Da eine künstliche Beregnung im Wald nicht möglich ist, vertrocknen die Pflanzen schon im Frühjahr.
Dem gegenüber hat die Naturverjüngung große Vorteile. Es gibt keine Kahlschläge, da immer nur hiebreife Bäume entnommen werden und einzelne Überhälter (Altbäume) für die Samenproduktion verbleiben. Die Saat geht im Schutze des Blätterdaches auf und wird vor zu viel Sonneneinstrahlung geschützt. Zunächst bildet die Pflanze die sogenannten Keimblätter (siehe Abbildung) aus, die nur wenig Wasser verdunsten. Der junge Baum konzentriert sich auf die Wurzelbildung und erst in der zweiten Phase werden richtige Blätter hervorgetrieben. Wenn im zweiten Jahr die richtige Wuchsphase beginnt, hat die Pflanzen tiefe und ausgeprägte Wurzeln gebildet.

Ein weiterer Vorteil der Naturverjüngung ist die Tatsache, dass die Natur die richtigen Pflanzen für den jeweiligen Standort aussucht. Dies geschieht nicht gezielt, sondern nach dem Grundsatz, dass die richtigen und starken Pflanzen überleben.

In der Naturverjüngung kann auf die teuren und unschönen Wildschutzzäune verzichtet werden, wenn der Wildbestand durch die Jäger im Gleichgewicht zur Waldgröße gehalten wird. Ansonsten drohen Verluste durch Wildverbiss.

Karl-Heinz Lenz, Mitglied im Landesfachausschuss der AfD-Schleswig-Holstein: „Die Forstbehörden des Landes sollten ihre Beratungen an die heutigen Klimavorausset-zungen anpassen und die Waldbesitzer zur Naturverjüngung auffordern. Dazu ist die Unterstützung durch die Landesregierung erforderlich, die sich bisher nur zu schönen Worten durchringen konnte.“

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