Bürgerentscheid über das Projekt „Störauf“

Gedanken zum geplanten Bürgerentscheid am 26.9.2021 über das Projekt „Störauf“

Die Stör hatte früher eine Schleife quasi um das Gebiet der „Neustadt“. Diese Schleife wurde 1974 zugeschüttet. Wer sich an damals erinnert, hat eine Schlammschleife vor Augen, die viele Ratten anlockte. Seit rund 10 Jahren gibt es eine Gruppe von Bürgern in Itzehoe, die sich für die Wiederöffnung der „Störschleife“ einsetzt.
Nun in der Zwischenzeit sind große Teile des Bereiches der ehemaligen Störschleife überbaut mit Gebäuden und der Straße Adenauer-Allee. Von daher ist der Wunsch, die Störschleife wieder „auf“zumachen, nicht mehr realisierbar, oder nur mit unwahrscheinlich hohen Kosten verbunden.

Die Realität hat den Träumern Grenzen gesetzt.
Zunächst fragt man doch, warum will man das machen? Und welche Kosten kommen auf die Bürger zu?

Warum man das machen will ist mit:
„Der Stadt Leben einhauchen“ und die „Störschleife(die ja eigentlich nur ein Graben würde) solle ein Herzstück und neuer Identifikationsort für die Stadt werden(so Stadtplanerin Börner) Parolen begründet.

Bevor Itzehoe und Umgebung die Bundeswehrstandorte nach der Wende verlor und größere Firmen (u. a. Gruner u. Jahr, Karstadt) und Verwaltungen(u. a. die StOV) die Stadt verließen, hatte Itzehoe ca. 37.000 Einwohner mit vielen Geschäften, belebter Innenstadt und einem attraktiven Holstein Center. Dann ging es als schleichender Prozeß immer weiter bergab mit der attraktiven Einkaufsstadt. In den 70er Jahren gab es eine gesunde Kaufmannschaft, die die Itzehoer Woche mit Festzelt Flohmarkt und Weinfest sehr belebten. Damals stand die Zuschüttung der Störschleife dem Einkaufstreiben nicht im Wege.

Heute meint man also mit dem Projekt „Störauf“, das ja nur eine teure Anlegung eines Grabens darstellt, die Entwicklung Itzehoes umdrehen zu können. Man propagiert es damit, dass Fördermittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro vom Bund aus dem Bundesprogram „zur Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ zur Verfügung in Aussicht gestellt werden.

Zweidrittel der Kosten sollen sich Bund und Land teilen, der Rest bleibt bei der Stadt Itzehoe.
Aber die ursprünglich geschätzten Kosten des Gesamtprojekts sollen sich nur auf kleine 35 Millionen Euro belaufen. Für einen Graben. Das muß man sich mal vor Augen halten.
Will das der Bürger überhaupt?
Aus finanzieller Sicht ein Fiasko. Der Bund ist weit überschuldet. Und zwar auch zuletzt durch die Coronaausgaben (deren Ende noch nicht absehbar sind) mit den 750 Milliarden für den EU-Topf.
350 Jahre müßten unsere Nachkommen zahlen, um die angehäuften Schulden des Bundes zu tilgen.

Von den neu in den nächsten Jahren dazu kommenden Schulden ganz zu schweigen. Und in solch einer schlimmen finanziellen Lage will man dem Bund noch schnell mal 2,7 Millionen für einen Graben entlocken, dessen Sinn mehr als fraglich ist?

Auch von der Finanzministerin des Landes Schleswig- Holstein war in der Presse von Milliardenlöchern im Landeshaushalt die Rede. Also, wer will weitere Landesmittel aus dem Fenster werfen? Kann man nicht mal anfangen, zu sparen?

Der Stadt Leben einhauchen?
Wer heute durch die Stadt spaziert, sieht einen sehr erschreckenden Leerstand an Läden. Was man noch antrifft neben Friseuren, Bäckern, Obst-und Gemüsehändlern, Immobilienbüros (mittlerweile in Läden untergebracht) sind wenige Einzelhändler. Der Leerstand bestätigt die jüngst in den Medien verbreitete Aussage vom “Sterben der Innenstädte und Fußgängerzonen“. Coronabedingt sind viele Einzelhändler finanziell am Ende oder haben gerade die letzten Reserven vorgeholt. Bekanntlich ist kein Ende der Coronageschichte absehbar. Das Geschäftesterben in der Innenstadt wird weitergehen. Auch durch fehlende Kaufkraft und laufend steigende Preise.

Eigentlich gibt es einen symbolischen Verlauf eines Teils der alten Störschleife ausgehend vom Bereich der ehemals „Langen Brücke“ Bereich Krämerstr./Breite Str. in Richtung Theater. Allerdings läßt die Pflege des gemauerten Grabens zu wünschen übrig. Kein Wasser und viel Müll.
Und nicht zu vergessen, dass in dem gerade genannten Verlauf über 12 Laubbäume stehen. Diese müssten im Falle der Umsetzung des „Grabens“ namens „Störauf“ vermutlich fallen. Wo bleibt der Aufschrei der Grünen?
Über die jährlichen Folgekosten für die Pflege des Störaufgrabens wurde noch kein Wort gesprochen.
Viel Geld wurde bereits für eine Machbarkeitsstudie zum Fenster rausgeworfen. Erkläre das mal dem kleinen Bürger, der die höchsten Steuern und höchsten Strompreise auf der Welt im schönsten Deutschland aller Zeiten zahlt und mit einem abgesenkten Rentenniveau von 71 auf 49 Prozent auskommen muß. Aber damit nicht genug. Auf die 49 Prozent (geplant bis 2030 43%) sind dann noch Steuern und Kranken- und Pflegekassenbeiträge zu entrichten.

Die Kaufkraft wird demnach in den nächsten Jahren immer weiter abnehmen. Eine Lösung für das weitere Sterben der Itzehoer Innenstadt ist nicht in Sicht. Und der beabsichtigte Störaufgraben ist es mit Sicherheit nicht.

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