Der Hamburger Solarpark-Betreiber Enerparc hat Insolvenz angemeldet – wenige Monate nach der Ankündigung einer Finanzierung von bis zu einer Milliarde Euro. Der Antrag betrifft zunächst die AG, der Betrieb soll weiterlaufen. Die Gruppe gilt mit 5,5 Gigawatt und über 500 Parks als einer der großen unabhängigen Solarakteure Europas; die Ursachen der Zahlungsunfähigkeit sind öffentlich vorerst unklar. Die „Milliarde“ war kein freies Guthaben, sondern ein an Projekte gebundenes Paket.
Wieder wird damit ein politisch hofiertes Zukunftsgeschäft als industrieller Durchbruch verkauft, bis die Liquidität fehlt. Enerparc war nicht irgendein kein Randfall, sondern wurde als Vorzeigeunternehmen der Energiewende gehandelt. Wer im März eine Milliarde als Meilenstein ausruft und im September zahlungsunfähig ist, hat entweder das Geschäftsmodell überschätzt oder die Öffentlichkeit mit einer Finanzierungsfassade beruhigt.
Sinkende Zuschläge, teureres Geld, Netzengpässe und Regelchaos sind keine Naturereignisse. Sie sind die Folgekosten eines Systems, das Ausbauziele über Wirtschaftlichkeit stellt. „Unabhängig“ heißt hier oft nur: unabhängig vom Markt, abhängig von Ausschreibung, Anschluss und nächster Verordnung. Eine Energipolitik, die solche Insolvenzen als Konjunkturpech rahmt, zeigt wieder einmal, dass sie nichts gelernt hat. Wir können uns sicher sein: Viele werden noch folgen.