Kurz vor der Landtagswahl dürfte die Nervosität in der CDU kaum noch zu überbieten sein. Nach Jahren der Regentschaft von Reiner Haseloff präsentiert sich nun plötzlich Sven Schulze als neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt – heute vom Parlament gewählt, geschniegelt als neuer Hoffnungsträger, aufgebaut als Spitzenkandidat und zugleich als Rettungsanker einer Partei, die längst ins Schlingern geraten ist.
Denn die Lage ist bitterernst: Die CDU steht in den Umfragen deutlich hinter der AfD. Und das ist kein Zufall, kein Ausrutscher, kein „schlechter Moment“. Es ist die Quittung für Jahre, in denen es nicht gelungen ist, verlässliche, klare und bürgernahe Politik zu liefern. Viele Menschen haben das Gefühl: Es wurde verwaltet statt gestaltet, ausgesessen statt gehandelt, geredet statt geliefert. Und jetzt kommt die Rechnung – knallhart, sichtbar, messbar.
Dass die Union ausgerechnet kurz vor der Landtagswahl den Ministerpräsidenten austauscht, ist deshalb keine mutige Erneuerung. Es ist Schadensbegrenzung. Ein letzter Versuch, den freien Fall aufzuhalten. Ein politischer Wechsel nicht aus Überzeugung, sondern aus purer Angst vor dem Absturz. Die Hoffnung: ein neues Gesicht, ein neuer Name, ein neuer Anstrich – und plötzlich sollen die Wähler vergessen, was jahrelang schiefgelaufen ist.
Doch Sachsen-Anhalt ist kein Einzelfall. Was hier passiert, erleben wir im ganzen Bundesgebiet: Das Vertrauen in die einst konservative Volkspartei bröckelt. Immer mehr Menschen sehen eine CDU, die Orientierung verloren hat, Entscheidungen verschleppt, Probleme verwaltet und auf Krisen reagiert, als kämen sie überraschend. Zu groß ist das Misstrauen gegenüber Fehlentscheidungen, mangelndem Mut und einer Inkompetenz, die nicht nur ärgert, sondern ganze Regionen ausbremst.
Die CDU will jetzt „Neustart“ spielen. Doch wir sagen: Möglich ist das nur noch mit der AfD!