28 Kommunalpolitiker aus den Ämtern Süderbrarup und Südangeln haben einen offenen Brief an Ministerpräsident Daniel Günther, Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen und Umweltminister Tobias Goldschmidt geschrieben. Sie fordern die sofortige Rückkehr der bewährten Dieselfähre „Missunde II“, die Einstellung des gescheiterten E-Fähr-Projekts „Missunde III“ und ein klares Konzept, damit die Verbindung bis 2027 wieder zuverlässig läuft. Der Betrieb der neuen Fähre wurde am Pfingstwochenende ohne Vorwarnung eingestellt – mitten in der touristisch wichtigen Zeit. Die Region leidet seit Jahren unter der Lindaunis-Baustelle und sieht nun ihre Erreichbarkeit und Wirtschaft massiv gefährdet.
Statt auf eine seit Jahren zuverlässig funktionierende, von einem engagierten Pächter betriebene Fähre zu setzen, hat das Land sich auf ein teures, unausgegorenes Elektro-Experiment eingelassen; mit dem Ergebnis, dass die Schlei jetzt wochenlang lahmgelegt ist. Die Bürger und Betriebe in Angeln sind keine Versuchskaninchen für Ministeriums-Visionen von klimaneutraler Mobilität. Während man in Kiel und Berlin symbolpolitische Leuchttürme bauen will, bleibt die ländliche Realität auf der Strecke: Pendler, Ärztebesuche, Tourismus und lokale Wirtschaft.
Es ist bezeichnend, dass sich inzwischen 28 Kommunalpolitiker – quer durch die Parteien – gezwungen sehen, öffentlich Druck zu machen, weil sie dem Land nicht mehr zutrauen, die Situation zu beherrschen. Die Forderung ist denkbar einfach und vernünftig: Die bewährte „Missunde II“ schnellstmöglich wieder in Betrieb nehmen, sie für die nächsten 15–20 Jahre fit machen und ideologische Experimente beenden.
Die Schleiregion zeigt exemplarisch, wohin die einseitige Fixierung auf „Verkehrswende“ und De-Karbonisierung führt, wenn sie ohne Rücksicht auf Technik, Wirtschaftlichkeit und Alltagsrealität umgesetzt wird. Hoffentlich versteht die Landesregierung das Signal aus Süderbrarup und Südangeln, bevor noch mehr Schaden entsteht. Heimat und funktionierende Infrastruktur verdienen Vorrang vor grünen Wunschzetteln.