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Kritische Infrastruktur wirksam schützen!

Der Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle zeigt erneut, wie verwundbar unsere sicherheitsrelevante Infrastruktur gegenüber neuen Bedrohungen ist. Dabei geht es nicht allein um militärische Sicherheit, sondern ebenso um die Sicherheit des zivilen Lebens und um die Funktionsfähigkeit unseres Landes.

Ein Flughafen mit großer Bedeutung für den internationalen Frachtverkehr und den Wirtschaftsstandort Deutschland gehört ebenso zur kritischen Infrastruktur wie Energieversorgung, Bahnstrecken, Kommunikationsnetze und andere zentrale Versorgungseinrichtungen. Angriffe oder Sabotageakte gegen solche Einrichtungen können innerhalb kürzester Zeit erhebliche Auswirkungen auf Bevölkerung und Wirtschaft haben.

Wie real diese Gefahr ist, haben auch die Ereignisse in Berlin gezeigt. Nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal waren Anfang Januar 2026 rund 45.400 Haushalte und 2.200 Gewerbekunden zeitweise ohne Strom. Der Vorfall verdeutlicht, welche weitreichenden Folgen gezielte Angriffe auf einzelne neuralgische Punkte unserer Energieinfrastruktur haben können.

Auch die Deutsche Bahn und ihre Infrastruktur sind immer wieder von Brandstiftungen und Sabotage betroffen. Beschädigte Signal- und Kommunikationskabel können ganze Strecken außer Betrieb setzen und den Personen- und Güterverkehr erheblich beeinträchtigen. Unabhängig davon, wer hinter einem einzelnen Vorfall steht, zeigt die Vielzahl solcher Ereignisse: Der Schutz kritischer Infrastruktur ist keine neue Aufgabe, sondern eine Herausforderung, die Deutschland seit Jahren begleitet.

Deshalb müssen militärische und zivile Sicherheit gemeinsam gedacht werden. Flughäfen, Energieanlagen, Bahnstrecken, Häfen, militärische Einrichtungen und Kommunikationsnetze benötigen einen Schutz, der der heutigen Bedrohungslage entspricht. Dazu gehören moderne Systeme zur Drohnendetektion und Drohnenabwehr ebenso wie bessere Überwachung, technische Sicherung besonders gefährdeter Anlagen und ausreichend ausgestattete Sicherheits- und Ermittlungsbehörden.

Gerade Schleswig-Holstein trägt mit seinen Marinestützpunkten, militärischen Einrichtungen, Häfen und wichtiger Energie- und Verkehrsinfrastruktur eine besondere Verantwortung. Wiederkehrende Drohnensichtungen im Umfeld sensibler Einrichtungen unterstreichen die Notwendigkeit, die Abwehrfähigkeiten der Bundeswehr für das Zeitalter unbemannter Systeme weiterzuentwickeln.

Gleichzeitig müssen Bundeskriminalamt, Bundespolizei, Landespolizeien und weitere zuständige Behörden technisch und personell in die Lage versetzt werden, Sabotage und Angriffe auf kritische Infrastruktur schneller aufzuklären. Nach entsprechenden Vorfällen muss ein hoher Ermittlungsdruck entstehen, damit Täter identifiziert, Strukturen erkannt und weitere Angriffe möglichst verhindert werden können.

Der Schutz unserer kritischen Infrastruktur ist damit zugleich eine Frage der Landesverteidigung, der inneren Sicherheit und der wirtschaftlichen Stabilität Deutschlands. Die Sicherheitsarchitektur muss dieser Realität konsequent angepasst werden.