Die Diskussion um Einbürgerungen ohne klassischen Sprachtest, etwa in Rheinland-Pfalz, zeigt eine gefährliche Entwicklung: Staatsbürgerschaft droht, von einem Ergebnis echter Integration zu einer verwaltungstechnischen Formalität zu werden.
Aktuell können dort Sachbearbeiter im Einzelfall auf ein Sprachzertifikat verzichten und die Sprachkenntnisse in einem persönlichen Gespräch einschätzen. Das Problem: Dieser Eindruck ist subjektiv und entspricht nicht dem, was man unter objektiven und gleichgestellten Einbürgerungskriterien versteht.
Unsere Staatsbürgerschaft ist nämlich mehr als ein reiner Verwaltungsakt. Schließlich ist sie das Fundament politischer Mitbestimmung, von Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlicher Verantwortung.
Traditionell gehört dazu auch der Nachweis von Deutschkenntnissen sowie Grundwissen über Gesellschaft und Rechtsordnung. Diese Anforderungen gelten im Grundsatz weiterhin bundesweit. Besonders die Sprache ist der Schlüssel für Teilhabe, Arbeit, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wenn nun Ausnahmen großzügig ausgelegt werden oder politische Symbolpolitik Einzug hält, entsteht der Eindruck: Der deutsche Pass ist verhandelbar. Und genau dieser Eindruck ist gefährlich. Staatsbürgerschaft darf kein politisches Wahlkampfinstrument werden.
Gleichzeitig zeigt diese Entwicklung schon jetzt eine deutliche Kehrseite: Straffällige Ausländer, die im Zuge dieser lascheren Einbürgerungspolitik bereits den Pass erhalten haben, können nicht mehr abgeschoben werden.
Wir sagen klar: Integration funktioniert nicht durch das Absenken von Standards, sondern durch Erreichen dieser Standards. Wer Bürger eines Landes werden will, sollte den Willen haben, die Sprache zu lernen und sich vollständig zu integrieren.
Denn Staatsbürgerschaft ist kein Rabattprodukt.
Sie ist die höchste Form der Zugehörigkeit zu einem Staat.