Die Verwaltungsgerichte stehen unter massivem Druck: Nach rund 72.000 Asyl-Hauptsacheverfahren im Jahr 2023 und über 100.000 Fällen 2024 rechnet der Richterbund für 2025 mit einem weiteren Anstieg um etwa 50 Prozent. Trotz sinkender Asylanträge kommen die Gerichte nicht hinterher, weil das BAMF schneller ablehnt und die Fälle anschließend vor Gericht landen.
Ein System, das hunderttausendfach ablehnt, aber den Vollzug scheut, lädt zur Klage ein. Wer klagt, gewinnt Zeit. Wer Zeit gewinnt, bleibt. So wird der Rechtsstaat zur Verzögerungsmaschine und die Justiz zum Puffer der gescheiterten Asyl- und Migrationspolitik.
Die Reaktion ist jedes Mal dieselbe: mehr Personal, mehr Richter, mehr Geld. Doch damit kuriert man Symptome, nicht Ursachen. Solange jede Ablehnung faktisch eine Einladung zur Klage ist, bleibt die Überlastung programmiert. Das Ergebnis ist eine Schieflage zulasten aller anderen: Bürger warten länger, Verfahren stauen sich, Vertrauen geht verloren.
Wer die Justiz wirklich entlasten will, muss das Asylrecht wieder handhabbar machen: klare Verfahren, begrenzte Klagewege, konsequenter Vollzug. Alles andere ist Augenwischerei. Und die Rechnung zahlen am Ende nicht nur die Richter, sondern der Rechtsstaat selbst.