11. Natur und Umweltschutz Land und Forstwirtschaft Wir stehen zu unserer Verantwortung für nachfolgende Generationen AfD Landtagswahl Programm für Schleswig HolsteinWir stehen zu unserer Verantwortung für nachfolgende Generationen!

Die AfD setzt sich für den Erhalt einer intakten und vielfältigen Natur ein. Eine gesunde Umwelt ist die Lebensgrundlage für alle Menschen und zukünftigen Generationen.

Die AfD strebt einen Umweltschutz unter Einbeziehung des Menschen an:
Der Mensch ist ein Teil der Natur und kein Fremdkörper.

Die AfD  fordert, dass die Landwirtschaft wieder eine Wertschätzung erfährt, wie sie ihrer bedeutenden Leistung für die Allgemeinheit entspricht. Die Landwirte haben  Anspruch auf angemessene  politische Rahmenbedingungen.

Eine Versorgung der Bevölkerung mit unbelasteten Nahrungsmitteln zu reellen Preisen kann langfristig nur sichergestellt werden, wenn landwirtschaftliche Betriebe wieder eine planbare Zukunft bekommen.

Rückführung von Kompetenzen der EU

Die AfD wird sich dafür einsetzen, dass möglichst viele Entscheidungen wieder vor Ort getroffen werden können. Dazu fordern wir die Rückführung von Kompetenzen der EU auf Bundesländer und Regionen. Die bisherige Regulierungswut der EU ohne Berücksichtigung lokaler Bedingungen lehnen wir ab.

Die AfD fordert die sofortige Aufhebung der Sanktionen gegen Russland, weil diese zu einer Existenzgefährdung für viele Betriebe geführt haben.

Eine naturverträgliche bäuerliche Landwirtschaft

Die AfD Schleswig-Holstein befürwortet bei der Erzeugung von Getreide, Obst und Gemüse einen Anbau mit genau abgestimmtem Einsatz von Dünge- und Pflanzen-schutzmitteln, der die Nützlinge schont. Auswaschungen in das Grundwasser sollen weitestgehend vermieden werden.

Die chemische Unkrautbekämpfung soll langfristig durch eine mechanische ersetzt werden und das sogenannte „chemische Pflügen“ mit einer Übergangsfrist auslaufen.
Der Ökolandbau wird von uns als positive Ergänzung zur konventionellen Landwirtschaft gesehen. Die zusätzliche Subventionierung von Öko-Landwirtschaft lehnt die AfD ab. Sowohl konventionelle als auch Bio-Produkte müssen sich am Markt bewähren.
Beim Pflanzenschutz ist nur die Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten vorgesehen, wenn die wirtschaftliche Schadschwelle überschritten ist. Der Einsatz von chemischen und biologischen Pflanzenschutzmitteln ist erlaubt, wenn sie die Nützlinge nicht schädigen.
Der Landwirt oder Gärtner soll regelmäßige Kontrollen in seinen Beständen durchführen und die Anzahl der gefundenen Schädlinge und Nützlinge dokumentieren.
Regelmäßige Bodenuntersuchungen sollen den Düngebedarf ermitteln.
Um Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern, fordert die AfD die Angleichung der Pflanzenschutzrichtlinien in ganz Europa und für alle Importe.

Freie Entscheidung über Bewirtschaftungsformen

Die Art der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen wie Ackerland, Wiesen oder Sonderkulturen soll allein in der Entscheidung der Landwirte liegen. Die sich abzeichnende Planwirtschaft lehnt die AfD ab. Die Ausweisung von Naturschutzflächen und andere Beschränkungen erfolgen auf freiwilliger Basis und durch angemessene Entschädigungen. Ein staatliches Vorkaufsrecht für landwirtschaftliche Flächen lehnt die AfD ab. In neue Gesetzesvorhaben sollen die Landwirte schon frühzeitig eingebunden werden und dabei ein Mitspracherecht bekommen.

Neben der traditionellen Produktion unterstützt die AfD auch die ökologisch wirtschaftenden Landwirte. Insbesondere soll das Verbraucherverhalten durch Aufklärung und Schulung verändert werden. Ohne die Akzeptanz breiter Bevölkerungsschichten können Biobauern nicht bestehen.

Gesunde, bezahlbare Lebensmittel

Die AfD Schleswig-Holstein setzt sich für die Versorgung der Bevölkerung mit unbelasteten, hochwertigen Lebensmitteln zu angemessenen Preisen ein.

Die Einfuhr und der Vertrieb von Lebensmitteln, die nicht unseren Qualitätsansprüchen und Gesetzen entsprechen, sollen durch eine hohe Kontrolldichte verhindert werden.

Direktvermarktung

Die AfD unterstützt generell alle Anstrengungen, die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte zu regionalisieren.

Die AfD setzt sich dafür ein, dass Landwirte und Gärtner für saisonale Produkte wie z.B. Erdbeeren, Spargel und Kirschen auch außerhalb geschlossener Ortschaften Werbeschilder aufstellen dürfen.

Gleichbehandlung für die Forstwirtschaft

Die AfD fordert die Gleichbehandlung von Forstflächen bei Förderprogrammen gegenüber anderen landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Schleswig-Holstein gehört zu den waldärmsten Bundesländern. Bisherige Förderungen haben keine großen Fortschritte erbracht, da es sich in der Regel nur um einmalige Zahlungen handelte. Dagegen werden Acker- und Wiesenflächen mit einer jährlichen Zahlung gefördert. Die Gleichbehandlung könnte hier zu einer positiven Entwicklung führen.

Seit einigen Jahren steigt die Nitratbelastung des Grundwassers in Schleswig-Holstein wieder an und gefährdet damit langfristig unsere Trinkwasserversorgung. Mit einem Waldförderprogramm könnte dieser Trend gestoppt werden, denn ein natürlich bewirtschafteter Wald hat eine erhebliche Reinigungsfunktion für das Grundwasser. Der Wald sorgt außerdem für saubere Luft, ein ausgeglichenes Klima, liefert mit Holz einen nachwachsenden Rohstoff und bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Die AfD setzt sich für eine Naturverjüngung ohne teure und den Charakter der Landschaft verunstaltende Wildschutzzäune ein, um artenreiche, gesunde und widerstandsfähige Mischwälder zu erhalten.

Naturschutz und Naturnutzung: Kein Widerspruch

Bei allen Projekten für den Umweltschutz wird es mit der AfD keine Enteignungen von Landwirten und keine Berufsverbote für Fischer geben, sondern eine umwelt-verträgliche Weiterentwicklung dieser Traditionsberufe, die für die Versorgung der Bevölkerung unverzichtbar sind.

Erfolgreicher Umweltschutz kann nur funktionieren, wenn er auf eine breite Akzeptanz stößt. Kindergarten und Schule sollen den Kindern möglichst frühzeitig die Zusammenhänge in der Natur nahebringen.
Umweltbewusste Bürger können allein durch ihr Kaufverhalten den Umgang mit der Natur verändern und eine artgerechte Unterbringung von Nutztieren erwirken.
Die Verantwortung für unsere Umwelt liegt bei allen Bürgern.
Zum Schutz unserer Umwelt wollen wir den Landschaftsverbrauch drastisch reduzieren und bestehende Flächen für Industrie und Handel besser nutzen.
Schadstoffeinträge in Boden, Wasser und Luft sollen verringert und zukünftig möglichst ganz vermieden werden.

Änderung des Grünlandumbruchverbotes

Die AfD setzt sich dafür ein, dass Landwirte selbst bestimmen können, was sie mit ihren Flächen machen. Landwirte müssen selber planen dürfen, welche Flächen sie als Acker- und welche sie als Grünland nutzen und bewirtschaften. Die Regelung, dass eine Ackerfläche nach fünf Jahren Begrünung automatisch zu Grünland wird und dieses nicht mehr umgebrochen werden darf, ist abzuschaffen.

Das jetzige Grünlandumbruchverbot benachteiligt die Landwirte auf eine unverhältnis-mäßige Art und Weise. Auch enteignet es de facto: Denn wer Ackerland mit Gras bepflanzt und diese Grasnarbe älter als fünf Jahre werden lässt, wird enteignet in der Form, dass das Ackerland seinen Status verliert und zu Grünland wird. Aus Grünland kann man aber nicht einfach wieder Ackerland machen, denn dieses bedarf aufwendiger Genehmigungsvorgänge.
Das bedeutet: Die Landwirte werden dazu gezwungen, alle fünf Jahre einmal die Narbe zu zerstören, Diesel zu vergeuden und somit der Umwelt zu schaden, nur um keinen Wertverlust zu erleiden. Hierdurch geschieht genau das Gegenteil von dem, wovor die Regelung eigentlich schützen soll: Emissionen werden freigesetzt, Diesel wird verschwendet und die Natur unnötig belastet.

Knickschutzverordnung rückgängig machen

Der letzte Erlass zur Knickschutzverordnung ist rückgängig zu machen. Die unverhältnismäßige Bevormundung der Landwirte durch den Gesetzgeber ist nicht hinnehmbar.

Seit gut einem Jahrhundert gibt es Knicks in Norddeutschland. Seit dieser Zeit wurden diese Knicks gepflegt, gehegt und in Schuss gehalten. Nun werden Vorschriften gemacht, welche an der Realität vorbei gehen. Nicht nur, dass der Landwirt jetzt eine Winkelberechnung tätigen muss, wie er zu schneiden hat, auch ein Randstreifen ist frei zu lassen. Dieser Streifen beträgt 50 cm vom Knick, wächst in den Jahren aber auf gut einen Meter an. Diesen Streifen darf der Landwirt nicht beackern; dieses kommt einer Enteignung gleich und ist daher abzuschaffen.

Gewässer besser schützen

Die AfD strebt einen besseren Schutz unseres Grundwassers, der Fließgewässer, sowie von Seen und Meeren an.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Umweltpolitik ist der Küsten- und Meeresschutz sowie der Erhalt und Schutz des Nationalparks Wattenmeer.

Flüsse, Bäche und Seen sind Lebensräume, die der Mensch in den letzten Jahrhunderten stark verändert hat. Wir unterstützen die von den Wasser- und Bodenverbänden begonnene Renaturierung. Die notwendigen Maßnahmen sollen mit den betroffenen Bürgern und Vereinen abgestimmt werden. Enteignungen und Maßnahmen ohne jede Rücksicht auf die Interessen von Anliegern und Nutzern der Gewässer lehnen wir ab.

Bei allen Bauprojekten, wie zum Beispiel Schleusen oder Wasserkraftwerken, ist die Durchgängigkeit der Flüsse für die Wanderung von Fischen oder anderen Wasser-organismen zu gewährleisten. Nur so kann das Ökosystem Fluss funktionieren.

Gutes Trinkwasser dauerhaft sicherstellen

Durch eine verbesserte Anpassung der Stickstoffdüngung an den Nährstoffentzug kann und muss die Landwirtschaft die Nitratbelastung des Grundwassers weiter reduzieren.

In Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern wollen wir ausreichende Wasserschutzgebiete im Bereich von Trinkwasseranlagen schaffen. Jeglicher Eintrag von Gefahrstoffen in diesen Gebieten soll verhindert werden. In allen anderen Bereichen soll der Einsatz von Pestiziden, Fungiziden, Herbiziden und Düngemitteln weiter verringert werden.

Zur Finanzierung der Wasserschutzgebiete soll der sogenannte Wasserpfennig (z. Zt. 12 Cent/m³) nicht mehr im Landeshaushalt versickern, sondern bei den örtlichen Wasserversorgern verbleiben, die damit wesentlich größere Schutzgebiete finanzieren können. Das Geld ist zweckgebunden zu verwenden! Überschüsse sollen den Kunden der Wasserwerke zurückgezahlt werden.

Die Verfüllung von Kiesgruben muss unterbleiben, da in der Regel ein direkter Kontakt zum Grundwasser besteht und somit Verunreinigungen möglich sind. Langfristig wird sich ein ökologisches Gleichgewicht von selber einstellen.

Die Sicherheit und langfristige Bezahlbarkeit, sowie erforderliche Reinvestitionen in unsere Trinkwasserversorgung, will die AfD nicht durch die Privatisierung der Wasserwerke gefährden. Unser Trinkwasser soll in den Händen von Stadtwerken, Genossenschaften und anderen Versorgungsgemeinschaften verbleiben.

Unser Land zwischen den Meeren

Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt und der Schutz dieses Ökosystems ist von zentraler Bedeutung für die Menschheit. Schleswig-Holstein als Land zwischen zwei Meeren hat zudem ein erhebliches Eigeninteresse am Meeres-schutz. Das Meer trägt nicht unerheblich zur Nahrungsversorgung bei. Daher ist ein nachhaltiger und umweltgerechter Umgang damit unerlässlich.

Die Überdüngung und der Eintrag schädlicher Chemikalien sollen weiter verringert,  die natürlichen Fischbestände bestmöglich geschützt werden. Dazu gehört für uns die Förderung moderner Fischfangmethoden, um den Meeresboden zu schonen und den Beifang zu verringern. Die Ausweisung von Schongebieten und Fangbeschränkungen soll nur in Zusammenarbeit mit den Fischern erfolgen, wobei sich die Bereiche der Offshore-Windparks als neue Schutzbereiche anbieten.

Ziel unserer Bemühungen ist es, die umwelt- und gesundheitsschädlichen Aquakulturen im Meer überflüssig zu machen und den traditionellen Fischfang zu unterstützen, der uns mit unbelasteten Nahrungsmitteln aus dem Meer versorgen soll. Ein weiterer Ausbau von Fischfarmen darf nur ökologisch verträglich erfolgen.

Die sogenannte Gammelfischerei zur Gewinnung von Fischmehl soll eingestellt werden.

Die Gewinnung von Bodenschätzen im Meer muss staatlich stärker überwacht und der Rückbau der Anlagen durch Hinterlegung einer ausreichenden Kaution abgesichert werden.

Die Umweltgesetzgebung soll auch in diesem Bereich weitestgehend von der EU auf die Mitgliedsstaaten übertragen werden. Dazu gehört auch die Ausweitung nationaler Fischfanggebiete.

Windenergie und Landschaft

Zur Lebensqualität gehört für uns auch ein harmonisches Landschaftsbild. Viele Bürger empfinden den ungebremsten Ausbau der Windenergie auf dem Lande als störend. Weitere Anlagen sollten daher nur noch mit Zustimmung der Anlieger erfolgen.

Tiere sind fühlende Wesen

Der Umgang des Menschen mit Haustieren, Nutztieren und Wildtieren deutet auf den Entwicklungsstand einer Gesellschaft hin. Auch in Deutschland gibt es viele Defizite in diesem Bereich. Nicht nur die Haltung von Nutztieren sollte weiter verbessert werden, das Schicksal vieler Haustiere ist oft viel härter. Moderassen sollten als Tierquälerei benannt werden.

Die AfD setzt sich dafür ein, dass bereits in Kindergarten und Schule das Verständnis für die Bedürfnisse unserer Mitgeschöpfe gelehrt wird. Dabei wollen wir keine Ver-niedlichung, sondern eine sachliche Information ohne jede Ideologie.

Alle Haustierzuchtanlagen und Zoohandlungen sollen in regelmäßigen Abständen ohne vorherige Ankündigung durch staatliche Veterinäre überwacht werden.

Für gewerbsmäßige Haustierzüchter wird eine Fachkundeprüfung eingeführt. Beim Kauf eines Haustieres sind den Käufern Anleitungen zur Haltung der Tiere und Infor-mationen über mögliche Gesundheitsgefahren zu übergeben. Tierfutter ist mit einem Hinweis über Inhaltsstoffe zu versehen.

Jegliche Patente auf Lebewesen lehnt die AfD ab.

Artgerechte Tierhaltung -Tiere vor unnötigem Leid schützen

Die AfD will sich in enger Zusammenarbeit mit den Landwirten für weitere Verbesserungen in der Nutztierhaltung einsetzen.

Landwirte und Konsumenten sollten dies gemeinsam angehen. Entscheidend für den Erfolg einer artgerechten Haltung ist die Nachfrage nach genau diesen Produkten.

Die AfD unterstützt die neuen Initiativen von Politik und Handel zum Tierwohl ausdrücklich und wird auf eine weitere Verbesserung der Haltungsmethoden hinwirken. Entscheidend ist nicht die Anzahl der gehaltenen Tiere, sondern der zur Verfügung stehende Platz pro Tier.

Die AfD möchte den Einsatz von Antibiotika verringern. Heutige Klärwerke können Medikamentenrückstände nur unzureichend abbauen und so gelangen diese direkt in die Gewässer. In der Folge werden Abwässer angereichert.

Das Tierwohl bei der Landwirtschaft stärker in den Vordergrund rücken

Nicht nur aus ethischen, sondern auch wirtschaftlichen Gründen fordert die AfD in Schleswig-Holstein eine fortschrittliche Nutztierhaltung, wobei im Vordergrund das Tierwohl steht.

Um dieses objektiv beurteilen zu können, sollen wissenschaftlich geprüfte Indikatoren herangezogen werden. Die AfD lehnt Amputationen am Tier (z.B. Schwänze-Kupieren beim Schwein, Schnabel-Kürzen beim Huhn) zur Anpassung an das Haltungssystem ab. Die Haltungssysteme müssen an das Tier angepasst werden, nicht umgekehrt. Unter enger Zusammenarbeit mit der amtlichen Beratung soll den Betriebsleitern geholfen werden, Stressoren ausfindig zu machen und zu beseitigen. Das Kupier-verbot allein reicht nicht aus, um das Leid der Tiere zu verringern. Anhand von Indikatoren (Häufigkeit des Antibiotikaeinsatzes im Stall, Tierverluste und Schlacht-körperbefund) sollen die Betriebe ausfindig gemacht werden, die starken Beratungs-bedarf haben.

Kennzeichnungssystem für Tierhaltungsstandards einführen

Die AfD fordert ein Kennzeichnungssystem, das dem Verbraucher einfach und zuverlässig die zugrundeliegenden Tierhaltungsstandards signalisiert.

Der Verbraucher braucht dringend einen Hinweis an der Fleischtheke, der Informationen darüber gibt, wie die Tiere gehalten wurden. Die vielen Labels sind zu unübersichtlich und kompliziert. Analog zur staatlichen Kennzeichnungspflicht bei Eiern soll Fleisch von „produziert nach Ökoverordnung“ über „Tiere mit Auslauf“ bis hin zu „produziert nach gesetzlichem Tierhaltungsstandard“ in nicht mehr als vier Klassen eingestuft werden.

Schächten verbieten

Die AfD tritt für ein ausnahmsloses Verbot der Schlachtung ohne Betäubung (Schächten) ein und für strenge Kontrollen der Schlachtmethoden.

Die AfD fordert ein Handels-, Werbe- und Einfuhrverbot für Produkte aus tier-quälerischer Schlachtung. Die Transportwege zu den Schlachthöfen sollen weiter verringert werden. Lebendtransporte zu Schlachthöfen im außereuropäischen Ausland werden verboten. Die Ernährung von Nutztieren mit artfremdem Futter (Tiermehl an Wiederkäuer) ist nicht zulässig und sollte staatlich besser kontrolliert werden. Futtermittelbetriebe haben die Sicherheit ihrer Produkte durch Eigenkontrollen zu gewährleisten.

Kleinbauern gleichstellen

Im Bau- und Naturschutzrecht sollen Kleinbauern und Hobbyhalter den Großbetrieben gleichgestellt werden.

Damit möchte die AfD erreichen, dass z.B. Schafhalter ihren Tieren kleine Schutz-unterstände bauen können, damit die Tiere bei extremen Wetterlagen geschützt sind und nicht in der offenen Landschaft ausharren müssen. Bisher erhalten nur Haupt-erwerbslandwirte diese sogenannte Privilegierung.

Ruhezonen für Wildtiere

Schleswig-Holstein gehört zu den waldärmsten Flächenländern und bietet Wildtieren nur unzureichende Ruhezonen. Das vor einigen Jahren eingeführte unbegrenzte Betretungsrecht aller Wälder auch außerhalb der Waldwege hat zu einer erheblichen Belastung der Tierwelt geführt. Durch unvorsichtige Waldbesucher aufgescheuchte Tiere haben die Zahl der Wildunfälle (auch mit Personenschäden) ansteigen lassen.

Die AfD fordert daher gewisse Einschränkungen zum Schutz der Natur.

Die großen Staats- und Privatwälder sollen weiterhin für Pilzsammler und andere Naturfreunde zugänglich bleiben. Es soll aber die Möglichkeit der Ausweisung von Ruhezonen eingeführt werden. Die kleinen, verstreut liegenden Feldgehölze ohne Wege sollen als Rückzugsräume von Besuchern frei gehalten werden. Sie liegen oft wie winzige Inseln in unserer aufgeräumten Kulturlandschaft und sind besonders im Winter unersetzlich für die Tierwelt.

Alte Sorten schützen

Die AfD fordert die Aufhebung aller Handelsbeschränkungen für alte Nutzpflanzensorten.

Nach Ablauf der Lizenzen müssen Züchter bisher sehr hohe Gebühren für die Anmeldung uralter Sorten zahlen, wenn sie diese vermarkten wollen. Diese Klausel im Saatzuchtverkehrsgesetz schützt lediglich große Konzerne vor der Konkurrenz durch Kleinzüchter.

Fischerei, Forst und Jagd: Nah an der Natur

Fangquoten aufheben

Die AfD fordert eine größere Beteiligung der Fischer an der Fangmengenbegrenzung.

Wissenschaftler und Berufsverbände sollen gleichgestellt werden. Die Fischereiberufs-verbände sollen bei der Festlegung der Fangmenge den Wissenschaftlern gleich-gestellt werden. Bei der Verteilung der Quoten auf die einzelnen Fischer werden Nebenerwerbsfischer bisher benachteiligt. Diese Praxis ist zu beenden!

Langfristig strebt die AfD die Aufhebung der bisher völlig wirkungslosen Fangquoten an. Wichtiger wäre eine Vergrößerung der Maschenweiten in den Schleppnetzen und die Verringerung der Schleppgeschwindigkeit, um die erheblichen Beifangmengen zu reduzieren. Außerdem sollte die Subventionierung des Agrardiesels stufenweise be-endet werden. Der billige Treibstoff führt dazu, dass auch bei geringem Fischbestand gefischt wird. Bei höheren Kosten würden diese Fangfahrten automatisch unterbleiben und der Fischbestand kann sich erholen. Bei der Binnenfischerei soll der Artenschutz für Kormorane den tatsächlichen Vorkommen angepasst werden. Wenn eine Tierart die Fischerei in ihrer Existenz bedroht, dann sind Änderungen erforderlich. Wird die geschützte Tierart zur Plage, dann sollte der Artenschutz wieder aufgehoben werden.

Jagdgesetz erhalten

Die AfD fordert den Erhalt des am 27.4.2016 novellierten Landesjagdgesetzes in seinen grundlegenden Punkten und Inhalten.

Denn wir stehen für die Bewahrung der Jagd in ihrer derzeitigen Vielfalt und Ausgestaltung. Die Jagd als Form des aktiven Naturschutzes und der Natur-bewirtschaftung ist eine über viele hundert Jahre in Deutschland und Europa entstandene Form des Umgangs mit unserer Umwelt, aber auch ein Kulturgut, das es zu schützen gilt. Die Jagdverbände stellen die am besten ausgebildete Gruppe von aktiven Naturschützern und –bewahrern dar. Hierzu zählt die Hege als aktiver Naturschutz im Revier. Wild wird als hochwertiges Biolebensmittel verwendet. Daneben hilft der Jäger, Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft zu vermeiden. Diese Bestandsregulierung durch die Jäger ist ein wesentlicher Faktor einer nachhaltigen Natur-, Land- und Waldhege. Außerdem übernehmen Jäger mit ihrem freiwilligen Engagement für die Gesellschaft wertvolle Leistungen in den Bereichen Schadensvermeidung, Seuchenvorbeugung, Erhalt der Artenvielfalt, Lebensraum-gestaltung, Vermeidung von Wildunfällen, Beseitigung von Unfallwild und vieles mehr, die die Erhebung der Jagdsteuer unverhältnismäßig erscheinen lassen.

Die AfD setzt sich dafür ein, dass Schulen über die Jagd sachlich und ohne ideologische Scheuklappen informieren. Ziel muss es sein, die Jagdausübung und das Waidwerk als das darzustellen, was es ist: eine in unserer gewachsenen Kultur-landschaft zentrale Form des Umwelt- und Naturschutzes. Nur so kann früh damit begonnen werden, einen aufgeschlossenen und interessierten Nachwuchs für die Jagd zu gewinnen.

Aufhebung des Verbotes der Jagd mit Bleimunition

Die Jagd ist ein Garant des aktiven Naturschutzes. Durch sie wird das Gleichgewicht der Natur gehalten. Damit dieses gelingt, bedarf es hochwertiger Technik und Ausrüstung, wozu auch die Munition gehört. Das Verbot, bleihaltige Munition in der Jagd einzusetzen, hat hier keinerlei Mehrwert für Sicherheit, Natur- und Umwelt-schutz. Im Gegenteil: Die Alternativmetalle, welche eingesetzt werden, bringen mehr Probleme als Nutzen. Daher setzt die AfD Schleswig-Holstein sich für eine Aufhebung des Verbotes der Jagd mit bleihaltiger Munition ein.

Munition aus Alternativmetallen kann zu Abreibungen in Gewehrläufen und zu einer Verengung des Laufes führen. Dieses wiederum führt zu Präzisionsverlust bis hin zur Zerstörung der Waffe durch zu hohe Gasdrücke. Durch Ablagerungen kann es außerdem vermehrt zu Fehlschüssen kommen, die im Sinne des Tierwohls unbedingt zu vermeiden sind.

Keine Reduzierung der Liste der jagdbaren Arten – keine ideologiegetriebenen Begrenzungen

Die Liste der jagdbaren Arten in Schleswig-Holstein ist angepasst an das Vorkommen der Arten, Bestandsdichten und die Schadenshäufigkeit. Diese Liste ist auch in der Vergangenheit immer wieder angepasst worden an die sich verändernde Situation in der Natur.

Die AfD fordert, dass diese Liste nicht weiter gekürzt wird und Jagdzeiten nur angepasst werden dürfen, wenn ein wildbiologischer Grund vorliegt oder andere Nutzer (im besonderen Land- und Forstwirtschaft) durch die Bestandszahlen der betroffenen Wildart beeinträchtigt werden.

Den Wolf in das Jagdrecht aufnehmen

Deutschland ist eine vom Menschen geformte Kulturlandschaft. Nahezu kein Quadratmeter Boden ist unberührt. Die Wildbestände müssen nach Art und Anzahl zu dieser Ist-Situation passen. Auch im Norden gibt es mehr und mehr Wolfsnachweise und –risse. Ab einer bestimmten Populationsdichte, die regional zu ermitteln ist, muss der Bestand kontrolliert werden, damit es nicht zur Gefährdung von Nutzvieh und ggf. auch Menschen kommt.

Die AfD fordert daher die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht in Schleswig-Holstein, um zukünftig eine bestandsorientierte Bejagung zu ermöglichen.

Hierbei spricht die AfD dem Wolf die Existenz auch in unserer Kulturlandschaft explizit zu, jedoch im angepassten und bestandsregulierten Rahmen.

Verursacherprinzip bei Bejagungsverbot durch Grundstückseigentümer

Nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hat jeder Grundstückseigentümer das Recht, die Jagd auf seinen Flächen nicht zuzulassen. Solange dieses Urteil gültige Rechtsgrundlage ist, setzt sich die AfD dafür ein, dass die Grundstückseigentümer, die die Bestandskontrolle von jagdbaren Arten auf diese Art und Weise erschweren, für die entstehenden Folgeschäden nach dem Verursacher-prinzip zur Verantwortung gezogen werden können. In der Novelle zum Landesjagd-gesetz Schleswig-Holstein vom 27.4.2016 wird die Befriedung von Eigentumsflächen aus ethisch-moralischen Gründen sogar auf juristische Personen, als auch Vereine oder Verbände, ausgeweitet.

Die AfD lehnt dies ab, und fordert stattdessen die Übernahme des neuen §6 des Bundesjagdgesetzes in die Landesjagdgesetze.

Wegegebot für Waldbesucher

Die AfD fordert eine Änderung der bisherigen Regelung zum Betreten der Wälder außerhalb von Wegen.

Die Wälder in Schleswig-Holstein bestehen zu einem großen Teil aus kleinen Feldgehölzen und diese dienen dem Wild als Rückzugsgebiete. Bei größeren Waldflächen ist eine Teilung in Erholungs- und Ruhezonen denkbar. Kleinere Flächen sollten nicht betreten werden,  die Eigentümer sollten die Möglichkeit bekommen, uneinsichtige  Besucher auf die Wege zu verweisen.